Fachzeitschrift IHKS Fach.Journal - IHKS Industrieverband

Für Planungsbüros, Anlagenbau, Öffentliche Hand, Fachhandel und Endverbraucher
  1. Schnelle Vorortkontrolle auf Legionellen in Kühlwässern

    Bei der Legionärskrankheit handelt es sich um eine weltweit verbreitete Erkrankung, die eine Lungenentzündungssymptomatik umfasst[1-4], die zumeist, jedoch nicht ausschließlich, von Legionella pneumophila[2-4] verursacht wird. Die Übertragung in die menschliche Lunge kann durch Einatmen aerosolierter Tröpfchen aus kontaminierten Wasserkörpern (Bioaerosolen) erfolgen. Die Kontrolle der Legionellen wird hier als effektivste Strategie zur Prävention der Legionärskrankheit betrachtet[5]. Die Gesamtkosten der Krankenhausaufenthalte liegen bei über 379 Mio. Euro in den Vereinigten Staaten und bei ca. 1,2 Mrd. Euro in Europa, wobei die Kosten pro Patient zwischen 21.000 und annähernd 30.000 Euro[8] liegen. Unter anderem werden wasserführende Systeme mit Kühltürmen häufig als Ursache für den Ausbruch der Legionärskrankheit vermutet. Demnach sollten sich Prävention und Kontrolle der Legionellen-Kontamination auf emissionsarme Reinigungsverfahren in Kombination mit Kontrollmaßnahmen des Wassers fokussieren, unterstützt von einer Legio­nellen-Erkennungsmethode, die umgehend Ergebnisse liefert.
  2. Dauerhaftigkeit von dämmschichtbildenden Beschichtungen und anderen reaktiv wirkenden Baustoffen

    In den letzten Monaten wird die Dauerhaftigkeit/Nutzungsdauer von dämmschichtbildenden Beschichtungen (Brandschutzbeschichtungen) auf Stahlbauteilen mal wieder heftig diskutiert, obwohl die Regelungen hierzu national und auch europäisch seit langem festgelegt sind. Die Diskussion wird mittlerweile ausgedehnt auf sämtliche Brandschutzprodukte, die reaktiv wirksame Bestandteile aufweisen z.B. Türen, Kabelabschottungen, Brandschutzklappen, Installationskanäle. In diesem Beitrag sollen die Historie und die Hintergründe der nationalen und europäischen Regelungen aufgezeigt und erläutert werden.
  3. Präventiver Hochwasserschutz

    In Deutschland wird jeden Tag eine Fläche von 80 Hektar in Verkehrs- und Siedlungsflächen umgewandelt. Gut die Hälfte der Flächen wird versiegelt. Die dezentrale Versickerung wirkt besonders im urbanen Umfeld der Flächenversiegelung entgegen und fördert die Grundwasserneubildung. Sie ist zusammen mit der Regenrückhaltung ein wesentlicher Bestandteil für einen präventiven Hochwasserschutz und minimiert zudem die hydraulischen Lasten im Kanal. Die Versickerung und Rückhaltung von Regenwasser reduziert nicht nur Strukturkosten, da Abwasserkanäle kleiner dimensioniert werden können. Nicht zuletzt spart der Einleiter, wenn die Kommune bereits Niederschlagsgebühren erhebt. Versickert das Niederschlagswasser auf dem Grundstück, entfällt in der Regel die Niederschlagswassergebühr für die daran angeschlossenen Flächen. Mit einer der Versickerung vorgeschalteten Regenwassernutzung lässt sich zudem kostbares Trinkwasser und damit weitere Kosten sparen. In den vergangenen Jahren haben sich Versickerungsmodule aus Kunststoff wie beispielsweise der Graf EcoBloc Inspect am Markt etabliert. Diese sind im Vergleich zu Kiesrigolen nicht nur leichter und sparen damit Transportkosten, sondern reduzieren durch das deutlich höhere Speichervolumen den Aushub. Vor allem bei einer dichten Bebauung sind kompakte Versickerungsmodule mit hohen Speicherkapazität zu empfehlen.
  4. Neue Optionen fuer Bestandsbauten mit Ölheizung

    Von den deutschlandweit etwa 41 Millionen beheizten Wohneinheiten werden rund Dreiviertel durch Erdgas oder Heizöl mit Wärme versorgt. Bei der Stromversorgung der Gebäude lag der erneuerbare Anteil im Jahr 2017 bei rund 38 %. Für die ehrgeizigen Klimaziele ist diese Ausgangssitua­tion eine besondere Herausforderung, denn eine Umstellung auf überwiegend erneuerbare Energieträger ist kurzfris­tig meist weder bei der Strom- noch bei der Wärmeversorgung realisierbar. Nur circa ein Drittel aller Heizungsanlagen ist derzeit auf dem aktuellen technischen Stand und nur knapp 12 % der Haushalte produzieren selbst Strom. Daher ist der Einsatz moderner Effizienztechniken und die Kombination klassischer und erneuerbarer Ener­gien eine konkrete Option, schnell und nachhaltig den Treib­hausgasausstoß für die Strom- und Wärmeversorgung dieser Gebäude zu senken. Bereits weit verbreitet ist die Verbindung von Ölheizungen und Solarthermie. Dabei bietet auch die Kombination mit Photovoltaik (PV)-Anlagen vielversprechende Möglichkeiten. Das zeigen aktuelle Modellvorhaben des Ins­tituts für Wärme und Oeltechnik (IWO). Selbst erzeugter Solarstrom reduziert dabei nicht nur die Strombezugs­kos­ten und die stromverbrauchs­bedingten Treibhausgasemis­sionen: Durch den Einbau einer Warmwasser-Wärmepumpe können Öl-Brennwertgeräte ver­gleichsweise leicht zu Power-to-Heat (PtH)-fähigen Hybridheizungen gemacht werden und ansonsten ins Netz eingespeiste Solarstrommengen zur Wärmeversorgung nutzen. Langfristig erhalten auch die Brennwertgeräte selbst durch den Einsatz treibhausgasreduzierter flüssiger Brennstoffe eine klimaneutrale Perspektive.
  5. Einsatz von Adsorptionstrocknern in der Prozesslufttechnik

    Wenn es darum geht, Prozessluftströme sehr stark oder auf sehr geringe absolute Feuchten zu trocknen, führt kein Weg am Einsatz von Adsorptionstrocknern vorbei. Da die Entfeuchtung von Luft durch eine extreme Unterschreitung des Taupunkts in einem Kühler viel zu aufwändig und zu energieintensiv wäre, nutzt man bei der Adsorptionstrocknung die Eigenschaften von Silicagelen. Diese sind aufgrund ihrer riesigen inneren Oberfläche in der Lage, bei einer geringen Masse große Mengen an Wasserdampf aufzunehmen und bei einer Regeneration wieder abzugeben. Bei vielen Prozessen, zum Beispiel in der chemischen Industrie, bei Produktionen in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie, in Laboren und Lagern gibt es zur Aufrechterhaltung des Betriebs oder von Produkteigenschaften oft sehr genaue und exakt einzuhaltende Vorgaben an die Raumluftfeuchte. Eine Möglichkeit zur Trocknung dieser Luft besteht im Einsatz von Lüftungsgeräten und einem darin integrierten Kühler, der mit Kaltwasser oder mit Kältemittel betrieben wird.
  6. quo vadis Digitalisierung

    Die Technologie in und um Gebäude herum völlig neu denken? Drei elementare Schlüsselfaktoren haben wir im Kontext zu Digitalisierung und in punkto Optimierung, als zielführend herausgearbeitet: Identität:Wer bin ich? Was ist es und wer steht dahinter? Wissen:Was sind die benötigten Informationen? Narrativ:Was ist die Geschichte, die Erzählung, wie ist die Userstory? Auf diese drei Schlüsselfaktoren […]
  7. Ausführungssicherheit für bodengleiche Duschen mit AIV durch DIN 18534

    Manchmal ist die technische Entwicklung der entsprechenden Normengebung deutlich voraus. Bestes Beispiel dafür ist die Entwässerung und Abdichtung im Verbund bodengleicher Duschen. Mit der seit Juli 2017 gültigen Abdichtungsnorm DIN 18534 ist in diesem Fall die Diskrepanz nun aber aufgehoben. Die ursprüngliche DIN 18195 wurde in die Normreihen 18531 - 18535 unterteilt. Somit bildet die DIN 18195 nur noch den Rahmen für die verschiedenen Bereiche der Gebäudeabdichtung. Die neue DIN 18534 behandelt die gesamte Innenraumabdichtung. Damit sorgt sie für mehr Ausführungssicherheit bis hin zur sauberen Trennung der Gewerke.
  8. UV-Disinfection of Cooling Towers

    The growing number of cooling towers for process heat removal have led to an increasing number of suspects that pathogens are multiplying and expanding. Actual examples from a series of suspects are the Legionella disease cases in Ulm (2010)1,2 and in Warstein (2013)3 that were possibly caused from cooling towers, whereas in Ulm alone an illness outbreak was reported causing 5 death and 65 insured people. At that location, Legionella infection from cooling towers on top of a building was discovered and that is when an efficient disinfection system based on UV-H2O2 technology from a.c.k. aqua concept GmbH was implemented. For preventing in the future more such cases in Germany, the VDI-Guideline 2047 page 2 is in effect since January 2015 for achieving a hygiene-proof performance of the atmospheric evaporation type cooling systems. The guideline gives the operator directions for the technically correct operation and is valid for existing and newly planned installations of atmospheric evaporator cooling systems. It is also the operator?s responsibility to ensure safety for the operation of the system4. For an efficient and safe performance of industrial cooling towers the recirculated water must be proficiently conditioned and disinfected. Also, the water quality must be regularly checked. Currently, the conditioning / disinfection process of the recirculated water is predominantly pro­vided by means of partially toxic chemical dosing, which is detrimental and, ultimately, will have a negative influence on cooling tower operation (e.g. corrosion caused through ­biocide).
  9. Energie und Energieträger im Kontext von Niedrigst- und Plusenergie-Gebäuden

    Zukunftsfähige Energiekonzepte für Einfamilienhäuser. Energetische Anforderungen, Variantenaufstellung und energetische Bewertung der Varianten. Auch wenn schon viel über den Niedrigst-, Null- und Plus­energie-Gebäudestandard geschrieben worden ist, soll hier nochmals klargestellt werden, dass jedes Gebäude ein Energieverbraucher ist. Gebäude bieten aber die Möglichkeit, Systeme und Infrastruktur zu installieren, die Erneuerbare Energien in Nutz- bzw. Endenergie umwandeln und bereitstellen. Allen voran ist hier die Photovoltaik (PV) zu nennen. Wenn Verluste und Verbrauch von Energie auf der einen Seite und die Bereitstellung aus Erneuerbarer Energie auf der anderen Seite gleich groß sind, spricht man von einem Nullenergie-Gebäude. In der logischen Folge ist ein Plusenergie-Gebäude so ausgestattet, dass dort mehr Nutz- und Endenergie aus Erneuerbaren Energiequellen erzeugt, als verbraucht wird. In diesem Fall muss der Energieüberschuss in ein Wärme- oder Stromnetz eingespeist werden. Eine attraktive Alternative ist die Nutzung des Stromüberschusses, um Batterien für die Elektromobilität zu laden. Entscheidende Fragen bei der Energiebilanzierung sind der Bilanzierungszeitraum und die Anrechenbarkeit verschiedener Energieformen; beispielsweise ob ein PV-Stromüberschuss im Sommer mit einem erhöhten Heizwärmebedarf im Winter gegengerechnet werden kann. Für den schon bald gesetzlich geforderten Niedrigstenergie-Gebäudestandard liegen hierzu in Deutschland noch gar keine verbindlichen Definitionen vor.
  10. Einfluss der Takthäufigkeit auf Schadstoffemissionen von Heizkesseln

    Die Heizlast von Gebäuden variiert in Abhängigkeit von schwankenden jahreszeitlichen und nutzungsbedingten Einflüssen stufenlos zwischen Null und dem Maximalwert. Ein Heizkessel muss seine Wärmeleistung dementsprechend anpassen, um den Wärmebedarf abdecken zu können. Die Leistungsanpassung erfolgt durch die Modulation des Brenners innerhalb seines Modulationsbereichs. Im Idealfall entspricht dabei die benötig­te Heizleistung der bereitgestellten Wärmeleistung des Heizkessels. Jedoch ist die Leistungsmodulation in der Praxis oft nur schwierig oder gar nicht möglich. Zwar wurden in der Vergangenheit große Fortschritte bezüglich der Größe des Modulationsbereichs gemacht, allerdings können Heizkessel nur auf ca. 15-30% der Nennwärmeleistung stufenlos heruntermodulieren. Durch die bauphysikalischen Verbesserungen der Gebäude ist die benötigte Heizleistung oftmals so klein, dass sie außerhalb des Modulationsbereichs liegt. Daher arbeiten die Heizkessel häufig in einem Taktbetrieb, in dem im Mittel die benötigte Heizleistung bereitgestellt wird.

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